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“Ich hoffe, dass sie damit umgehen kann, wenn sie von den Modeleuten, die sie nach oben geschrieben haben, herzlos fallen gelassen wird, wie es ohne Zweifel geschehen wird.” | modebeitrag.de

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“Ich hoffe, dass sie damit umgehen kann, wenn sie von den Modeleuten, die sie nach oben geschrieben haben, herzlos fallen gelassen wird, wie es ohne Zweifel geschehen wird.”

2 Februar 2010 // Filed under Allgemein

Sagte Suzy Menkes letzten November. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell an der Zeit sein würde:

“Sarah McCullough, Creative Concepts Manager von Selfridges und begeisterte Blogleserin, sagt: Es ist irre, dass Blogger wie Tavi bei den Couture Shows sind und mit Geschenken aller Art überschüttet werden. Dabei ist mir ein wenig mulmig zumute.”

(Sarah McCullough, Selfridges’ creative concepts manager and an avid blog reader, said: “It’s mind-blowing that bloggers like Tavi are at the couture shows and being showered with all kinds of gifts. It has soured things a little bit for me.”, aus: Susie Mesure – “Fluff flies as fashion writers pick a cat fight with bloggers”)

Ich sagte bereits auf dem Panel bei der Premium dazu: Korruption und Bestechlichkeit sind Probleme des Modejournalismus an sich und kein Novum bei Bloggern, es ist jetzt nur sehr viel sichtbarer.
Den besten Kommentar dazu gab (natürlich) Amy Odell auf The Cut.

2010-02-02  ::  mary

Talkback x 14

  1. blica
    3 Februar 2010 @ 20:12

    tja, interessant, dass hier noch niemand zu diesem spannenden thema was gesagt hat. denn während in anderen bereichen wie beispielsweise der gesundheitsbranche immer wieder die “korrupte medizin” angeprangert wird, hält man sich im modebereich diesbezüglich dezent zurück, formuliert abhängigkeiten einfach ein wenig netter und schwupps, klingts gar nicht mehr so böse wie dieses fiese korruptionswort. im gesundheitssektor sieht das dann so aus, dass pharmaunternehmen ärzte beispielsweise zu sogenannten fortbildungsreisen einladen (so geschehen 2008: da lud der hersteller novartis zur ärztefortbildung im spreewald ein- begleitet von grossem medialen getöse wurde dann im nachhinein eine geldstrafe verhängt.) korruption im modejournalismus hingegen ist -so mein gefühl- hingegen gar kein öffentlich diskutiertes thema, vielleicht weil sich von der gesamten modebranche, die gemeinhin als oberflächlich bzw. irrelevant gilt, nichts wirklich erwartet wird. schliesslich geht es da ja auch ganz vordergründig um konsum und ganz viel geld und nicht um solch elementare dinge wie die gesundheit von patienten. und ja, wahrscheinlich wird mit der transparenz des schnellen ruhmes gewisser starbloggerInnen durch deren hautnahe blogberichterstattung die hässliche fratze des modegeschäfts, die bisher im modejournalismus etwas diskreter gehändelt wurde, mit einem male entblößt. und aufgrund der geschwindigkeit, mit der das alles gerade passiert, erschreckt das scheinbar dann doch irgendwie, obwohl das alles leider wohl auch im blogbereich eine recht konsequente entwicklung ist – beschäftigen sich doch sehr viele fashionblogs vor allem mit “will-haben”-fragen. und wenn einem dann plötzlich die dicken trauben in form von einladungen und netten präsenten vor der nase hängen, dann ist sicher oft kein edler verzicht angesagt. aber da kann ich wahrscheinlich grosse töne spucken- ich bin schliesslich eher keine zielgruppe für unternehmen. obwohl ich ja eigentlich besonders anfällig sein müsste für kleine gefälligkeiten: ich habe bisher sehr viel zeit für kein geld in mein blog gesteckt. nichtsdestotrotz müsste, um eine kleine debatte zu beginnen, wahrscheinlich erst einmal definiert werden, wo bestechlichkeit beginnt und die sogenannte unabhängigkeit endet.

  2. Daniel_K
    3 Februar 2010 @ 22:18

    natürlich ist in der medizin- und pharmaindustrie die angelegenheit wohl deshalb heikler, weil es da um (über)lebenssicherndes geht. und sehr viel mehr geld.

    in der mode, also auch dem alltag irgendwelcher redaktionsstuben, sind geschenkeverteilereien (und die implizite annahme auf seiten der verteilenden, dass früher oder später darüber geschrieben wird) jedenfalls so verbreitet, dass mir eine pressedame unlängst in einem gespräch über suzy m. noch halb bewundernd, halb ehrfürchtig zuraunte “you know, suzy doesn’t accept any gifts, never”.

    abgesehen davon: bei der “gegengeschäftslogik” von anzeigenschalten kommt man ja auch nicht auf die idee, von korruption zu sprechen. wie “kritisch” werden aber anzeigenkunden in redaktionellen inhalten noch behandelt…?

  3. mary
    3 Februar 2010 @ 23:46

    “Korruption” wird da als Wort ja besonders ungern gehört, genau deshalb und weil es so trifft, habe ich es verwendet.

    Suzy Menkes nimmt im übrigen Geschenke an, nur keine im Wert von über 25 Euro, oder so. Die La Duree Tüte bescherte mir auch damals besonders nette Reaktionen durch das gesamte Redaktionspersonal.

  4. Daniel_K
    4 Februar 2010 @ 11:01

    ich nehme an, im showroom von besagter pressedame würde man gleich welches objekt mit einem verkaufspreis < 25 e *vergeblichstens* suchen. geschenke machen ist eben auch eine kunst…

  5. Rene Schaller
    4 Februar 2010 @ 12:50

    “Ich wurde in dem Glauben erzogen, dass ein Mädchen niemals Geschenke annehmen sollte, außer Blumen und Schokolade.”, suzy menkes.

    vor allem sind natürlich die grenzen schwer auszumachen. blogger A postet über ein produkt weil er es mag und ohne etwas dafür zu bekommen, blogger B wird von einer pr-agentur angesprochen und postet weil er was dafür bekommt. wie kann der leser das unterscheiden? es gibt keine regeln und es ist klar dass es sehr verlockend ist, die ein oder andere geschenktüte zugeschickt zu bekommen… vielleicht ist in gewisser hinsicht ein selbstauferlegter verhaltenskodex die beste lösung!?

  6. Anne
    4 Februar 2010 @ 20:16

    Ich denke, dass sich einfach viel zu viele Blogs der gleichen Art von “Berichterstattung” verschrieben haben… Immer nur von neuen Kollektionen und neuen Produkten zu berichten ist gleichermaßen langweilig wie natürlich auch interessant für Unternehmen… Viele BloggerInnen sind sich ihrer Bestechlichkeit garantiert noch nichteinmal bewusst. Dies hängt wohl u.a. mit dem zunehmend sinkenden Alter der Blogbetreiber zusammen. Außerdem erhoffen sich viele Mode-BloggerInnen mit Hilfe ihres “Online-Portfolios” Zukunftsperspektiven in selbiger Branche… Schließlich gibt es da einige Musterbeispiele von Bloggern, die es aus dem Kinderzimmer in die Frontrow geschafft haben!

    Ich stimme Rene vollkommen zu: als Schreiber sollte man nie sein Ziel vor den Augen verlieren…
    Meiner Meinung nach sind Anzeigen schon ein gutes Merkmal dafür, ob man auf einer journalistisch-orientierten Seite gelandet ist, oder ob sich jemand etwas erhofft.

  7. mary
    5 Februar 2010 @ 10:42

    Also auch “journalistisch – orientierten”, bzw. ernsthaften Seiten seien doch Hoffnungen erlaubt. Allein Anzeigen finanzieren manchmal zum Beispiel das Hosting der Seite und sind deshalb unter Umständen ganz notwendig.

    Ich glaube auch nicht, dass Geschenke anzunehmen oder Einladungen nachzukommen per se Bestechlichkeit signalisiert, ich denke es geht wie immer um das “wie”.

    Wenn ich Geschenke einer Firma annehme, mit der ich nichts anfangen kann und über die ich sonst nie schreiben würde, dann ist es durchaus zweifelhaft. Warum aber sollte ich zum Beispiel nicht einer Einladung zur Präsentation von Margiela nachkommen?

    Ich nehme übrigens alle Kleidergeschenke an, die ich bekommen kann. Die Kleiderkammer um die Ecke freut sich darüber nämlich immer ;)

  8. panos
    5 Februar 2010 @ 12:53

    das sind 2 verschiedene themen: man kann die aussage auch so lesen, dass sie neidisch ist, dass tavi jetzt (auch) geschenke bekommt.
    wie auch immer, das problem bestechlichkeit kann man sehr gut auf jeden journalismus erweitern, den spruch “ein guter journalist kostet ein warmes essen” kennt man schon lange.

    was ich interessant finde, ist, dass menkes etwas von “hochschreiben” und “fallen lassen” sagt; implizit geht sie davon aus, dass printmedien bei tavi königsmacher waren.
    dem würde ich widersprechen. tavi wird es auch weiter geben, die einladungen der designer kamen sicher nicht auf anraten der printredakteure.
    wir sehen eine machtverschiebung.

    was dein video von menkes angeht: hier konnte man noch eine echte journalistin sehen, ihre aus -teurer- recherche geborenen analysen waren knapp und auf den punkt.

  9. mary
    5 Februar 2010 @ 13:03

    Kurz zur Ergänzung zu Panos’ Kommentar – mit “hoch schreiben” (written up) bezieht sich Menkes (sicherlich) auf die Cover des Pop und Love Magazins, zu den Couture Schauen ist sie zudem durch Pop gekommen, sie schreibt schon länger für Pop. Außerdem gab es sicher einige Printredakteure, die durch Printartikel dem Tavi Hype zuträglich waren. In dem Sinne ist die Aussage nicht ganz falsch, die große (printunabhängige) Fangemeinde darf man dennoch nicht außer Acht lassen.

  10. Anne
    5 Februar 2010 @ 16:38

    “Also auch “journalistisch – orientierten”, bzw. ernsthaften Seiten seien doch Hoffnungen erlaubt.”

    Meine Anmerkung war auch nicht wirklich negativ behaftet, sondern war einfach nur eine Beobachtung.

    Dennoch fände ich es interessant, mehr kritische Meinungen zu “geschenkten” Produkten oder Veranstaltungen lesen zu können. Manchmal klingt es, als versuchten die geladenen Blogger an jeder Show noch etwas gutes zu finden, um sich auch die Einladungen für das kommende Jahr zu sichern.
    Diese Empfindung ist natürlich sehr subjektiv.

    Zwar ist es wohl für einige Blogger mit hochfrequentierten Klickraten von Nöten, etwas Geld mit Anzeigen einzuspielen, doch ist dies, egal wie man es dreht oder wendet, eine klare Abhängigkeitssituation, die sicherlich keine Kritik am Sponsor zulässt…

    Ich kann die vielfältigen Beweggründe, welche zu einer, wenn auch nicht dramatischen, Bestechlichkeit führen könnten, nachempfinden. Ich denke auch nicht, dass z.B. Einladungen abgelehnt werden sollten… ganz im Gegenteil!
    Ich wünsche mir nur mehr Negativ-Berichte, die einen Kontrast zwischen “toll” und “nicht so gelungen” schaffen.
    Dieser scheint nämlich an vielen Adressen völlig fehl am Platz.

  11. Rene Schaller
    5 Februar 2010 @ 23:27

    “Ich wünsche mir nur mehr Negativ-Berichte, die einen Kontrast zwischen “toll” und “nicht so gelungen” schaffen.”

    wenn man einladungen erhält und sich entscheidet hinzugehen, findet man die sache ja schon nicht ganz schlecht. ich zumindest gehe nicht zu sachen die ich uninteressant oder blöd finde, also fällt auch die berichterstattung nur dann 100% negativ aus, wenns wirklich kompletter mist war. aber die meisten sachen sind halt auch nicht komplett schlecht…

    ein beipiel: ich war bei der michalsky-sache und wurde dann angegiftet weil ich in der tat etwas gutes daran fand. ich finde ihn als person anstrengend und seine mode belanglos, aber die idee für den abend und die umsetzung gefielen mir teilweise wirklich gut. warum darf man das gute dann nicht erwähnen, solange man auch das negative nicht unter den tisch kehrt!?

    einladungen würde ich aber allgemein auch nicht zu den geschenken rechnen, die die meinung positiv beeinflußen. sie sind viel mehr nötig um sich auch wirklich ein bild machen zu können. man kann sich ja nicht nur vom hörensagen ein bild von etwas verschaffen, sondern sollte, wenn sich die gelegenheit bietet, auch wirklich teilhaben.
    aber halt selektieren und überlegen ob etwas zum einen für einen selbst relevant ist und auch für den ‘leser’ spannend sein könnte.
    darin liegt dann auch das problem, einige blogger (und prof. schreiberlinge) nehmen an jeder büchsenöffnung aus angst etwas zu verpassen teil und haben chronisch angst mal nicht mehr eingeladen zu werden, wenn sie nicht immer sichtbar sind oder negativ schreiben. dabei geht davon die welt auch nicht unter und der qualität des blogs ist es schon gar nicht abträglich, eher kann es die glaubwürdigkeit steigern.

  12. Lesetipp: LesMads > Lese-Tipp > Modepilot
    9 Februar 2010 @ 00:18

    [...] die angebliche Käuflichkeit von Bloggern wie Tavi ankreidet. Aufgefasst hat das Thema hierzulande Modebeitrag und bezog sich damit auf eine Aussage Suzy Menkes, die hofft, dass “Tavi damit umgehen kann, [...]

  13. Fenke
    9 Februar 2010 @ 23:29

    werbegeschenke gab es schon immer, in allen bereichen. auf unzähligen presseevents bekommen auch professionelle journalisten was geschenkt – und sei es auch nur die übernachtung in einem teuren hotel oder ein essen (wie panos auch schon treffend zitierte). das hat in meinen augen noch nichts mit bestechung zu tun. dann sind auch alle schauspieler bestechlich, alle popstars etc… denn letzendlich ist jeder erst mal nur potientieller kunde. was man dann daraus macht, das unterscheidet journalisten von den reinen produkttestern und gratis-pröbchen-absahnern.
    ich finde, solange man ehrlich seine meinung sagt (und nicht aus der befürchtung heraus nie wieder was zu bekommen, alles einfach lobt) ist es nicht verwerflich etwas anzunehmen.
    ob man sich auf das ganze spiel überhaupt einlässt, ist doch jedem selber überlassen.

    und warum redet bei dem ganzen kleinscheiß eigentlich keiner von dem druck, den anzeigenkunden auf (print)medien ausüben? muss man da nicht erst recht von bestechung reden?

  14. blica
    13 Februar 2010 @ 19:37

    allerdings glaube ich, dass es einen unterschied macht, ob (in der regel noch) unbezahlte bloggerInnen oder journalistInnen, die für ihre arbeit bezahlt werden, zu besagten presseevents eingeladen werden. denn natürlich sind im ersteren fall die verlockungen grössere, wenn ja eh schon so viel zeit und mühe aufs “gratis bloggen” draufgeht. da wird`s dann wahrscheinlich um so schwieriger, sich nicht von solch kleinen zuckerln den mund verkleben zu lassen.