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AMD Campus Talk: “Die Grenzen des Turbojournalismus sind erreicht!” | modebeitrag.de

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AMD Campus Talk: “Die Grenzen des Turbojournalismus sind erreicht!”

20 November 2009 // Filed under Allgemein + Internet + Kritik + Magazin + Zeitung

amd-professor_ekkehart_baumgartner_cosmopolitan-chefredakteurin_petra_winter_tz_und_muenchner_merkur_verleger_dr_dirk_ippen_campus_talk_amd_18november2009
credit: Edward Beierle AMD

Vor zwei Tagen diskutierten an der Münchner AMD Vertreter einschlägiger deutscher Medien zum Thema “Zwischen Blogs und Twitter, Print und Online, Qualität und Bürgerjournalismus. Das Berufsbild des Journalisten steht vor revolutionären Herausforderungen”. Eine Ankündigung habe ich hier gepostet.
Auf meine Frage hin, warum kein Blogger aufs Podium geladen war, erhielt ich folgende Antwort der Studienleiterin  Modejournalismus/Medienkommunikation Sabine Resch:

“Die Seite von Online-Magazin und Bloggern hat an diesem Abend stark Doris Huber als Chefredakteurin mehrerer digitaler Redaktionen wie auch als Bloggerin (sie bloggt ja selbst auch) vertreten. Die Mischung des Abends war rund mit einem Verleger, Ausbildern und Vertretern von Print.”

Das Doris Huber, bei allem Respekt für ihre Arbeit, gar nicht in der Lage sein kann, die Seite der Bloggosphäre adäquat zu vertreten bleibt damit unberücksichtig und spiegelt eine Unwissenheit der Organisatoren um real existierende Umwälzungen wider. Es scheint eine Einigkeit darüber zu bestehen, dass eine wie auch immer geartete Herausforderung durch neue Technologien und Publikationsformen existiert. Die Tatsache aber, eine von einem Verlag angestellte Redakteurin, die aus einer vermuteten Modeerscheinung heraus – eine Unterstellung meinerseits – mit dem Bloggen auf Verlagsseiten beginnt und damit a priori nicht als Vertreterin des im Titel der Veranstaltung genannten “Bürgerjournalismus” in Frage kommt, als eben solche zu laden, lässt neben einer Unwissenheit zusätzlich mangelnden Respekt vermuten. Haben die Organisatoren keinen geeigneten Vertreter einladen können oder haben sie es schlichtweg nicht gewollt?

Ein ernstzunehmender Vertreter wäre jemand gewesen, der sich aus den eigenen vier Wänden heraus und damit nicht als Teil des (Print)-Systems eine Relevanz erarbeiten konnte. Beispiele dafür gibt es viele und so muss ich vermuten, dass den Organisatoren schlichtweg keine passenden Redner bekannt waren. Ich frage mich, wie dann auf einem derart unvollständigen Podium relevante Aussagen getroffen werden können. Aussagen, die an einer Schule wie der AMD Studierende auf ein Berufsleben vorbereiten sollen. Das ist nicht nur höchst fraglich, sondern auch unwissenschaftlich.

Nun ist es einfach über eine Veranstaltung zu schreiben, die man selbst nicht besucht hat. Ich habe mir eine Zusammenfassung der Diskussion zusenden lassen, die die zentralen Aussagen der Teilnehmer enthält. So stimme ich Petra Winter, Chefredakteurin der COSMOPOLITAN, voll zu, wenn sie sagt, dass “die alten Tugenden: gründliche Recherche, Neugier, Sachkenntnis” nach wie vor wichtig seien. “Die Form der Publikation ist dabei Nebensache“, sagt sie ferner. Die als Vertreterin der Bloggosphäre geladene Doris Huber, Chefredakteurin von Condé Nast Digital sieht in Bloggern eine „Inspirationsquelle für die Themenfindung in Redaktionen.” Einig sind sich alle in dem von Dr. Ekkehart Baumgartner vorgetragenen Punkt: „Journalisten haben ihr Meinungs- und Nachrichtenmonopol verloren: Blogs, Twitter und Kreative liefern News schneller und mehr.“ Als Fazit kann man die Aussage von Sabine Resch verstehen: “Die Tageszeitung muss sich auf die Geschichte hinter der Nachricht konzentrieren; das Magazin auf Nischenthemen. Print wird nicht enden – aber muss sich ändern.” Umso wichtiger sei es, junge Journalisten für Qualität und alle Medienarten zu gewinnen: „Alles kennen und können, aber nicht alles machen,“ so Resch.

(Weitere Informationen zur Veranstaltung hier)

Das bedeutet aber auch, “Bürgerjournalisten” ernst zu nehmen und die sich verwischenden Grenzen wahrzunehmen. Blogger sind nicht automatisch uninformierte, schlecht recherchierende Hobby-Journalisten. Es ist an der Zeit dieses scheinbare Synonym aufzulösen. Auf der anderen Seite entdecken Printmedien auch die Qualität der subjektiven Äußerung wieder. Die Kolumne von Stephan Hilpod im Standard über die ich hier berichtete, sei hier als Beispiel angeführt.

Bei BlackBook ist die Herangehensweise ans Thema sehr viel realistischer. Den Artikel habe ich bereits hier vorgestellt.

Fashion bloggers, once outsiders to the insular world of fashion, are now carving a spot for themselves among the fashion media and reaping the benefits of exposure.

to be continued…

2009-11-20  ::  mahret

Talkback x 6

  1. blica
    21 November 2009 @ 16:54

    ja, du hast vollkommen recht, denke ich. und: schön, dass du den modebeitrag gestartet hast. ich habe ja auch immer mal wieder probiert, auf meinem blog diskussionen loszutreten, habe aber mittlerweile ein wenig die lust daran verloren, da ich das gefühl habe, dass sich dafür niemand wirklich interessiert – auch von seiten der modeblogsphäre. schade auf alle fälle.

  2. mahret
    22 November 2009 @ 15:26

    ja, das Interesse… Den modebeitrag gibt es ja schon ein wenig länger. Ich hatte alle Jubeljahre auf der alten Blogspot domain mal was geschrieben. Im Moment fühle ich mich sehr motivert und hoffe, dass diese Motivation lange anhält. Ich erwarte hier keine Kommentarflut, aber würde mich ab und an über eine Bemerkung freuen. Du bist der erste Kommentierer. Danke dafür, hat mich sehr gefreut! Hier wird es weniger um Mode an sich gehen, sondern eher über Modeberichterstattung im weiteren Sinne, das interessiert einfach die wenigsten. Vielleicht werden aber auch einmal Menschen auf die Seite stoßen, die nicht primär nach Bekleidungsinspiration im Netz suchen. Modebeitrag ist eher so eine Sache für mich. Hier versuche ich mir ein paar Fragen zu stellen, suche nach Antworten und hoffe auf Feedback von außen. F&ART gibt es ja weiterhin noch in minimal anderer Form auf http://www.fnart.org

  3. blica
    22 November 2009 @ 19:47

    ja, weiss eh, dass es den “modebeitrag” schon länger gibt, beobachte das ja alles eh gerne aus der ferne. aber die tatsache, dass du das ganze gerade mit frischer motivation angehst, ist super. ich gehe das ganze ja immer etwas populistischer an und hatte mir immer erhofft, dass dann was kommt. kommt aber trotzdem nicht. (doch ich will nicht jammern, det bringt eh nix.) also kurz gesagt: meine wenigkeit liest mit, bleib`also bitte motiviert!

  4. mahret
    22 November 2009 @ 22:24

    HAHA. ey ey. ;)

  5. mary
    27 November 2009 @ 13:04

    vielleicht sollten wir all unsere theoretischen anstrengungen auf dieser seite bündeln, anne? wenn mahret uns aufnimmt :)

  6. Jérôme
    28 November 2009 @ 17:24

    Anne, wir hatten ja auch schon mal über so etwas ähnliches diskutiert. Vielleicht erinnerst Du Dich. Hier auf Modebeitrag.de zum Beispiel, wo solche kritischen Texte zum Blog passen, finde ich es super. Hier gehören auch solche Themen hin. Demnach sage ich zu Marys Vorschlag: Würde ich super finden. Je mehr Personen hier schreiben, die das Potential besitzen, einen Zustand zu erfassen, ihn zu erweitern und in Kontext zu stellen mit gesellschaftlichen oder branchenabhängigen Meinungen, umso mehr können wir davon zehren.
    So ein Medium wie dieses ist sehr wichtig für die Weiterentwicklung von Modeblogs, für die “Neue Branche”.